Impulse | Bewusstseinstraining von Daniela Große

Bewusster Umgang mit Getrenntsein von Kindern

Ein Kind hat zwei Lieblingsmenschen – Mutter und Vater. Beide machen unterschiedliche Dinge möglich und es mag Zeiten geben, in denen es für das Kind wichtig ist, mehr bei dem Einen als bei dem Anderen zu sein. Wenn Du als Mutter die Größe entwickelst, Dein Kind gehen zu lassen und Du als Vater die Liebe entwickelst, Dein Kind im Herzen zu halten, kann daraus viel Gutes erwachsen.

Liebes Du,

als hochsensibler Mensch hast Du eine ganz besondere Verbindung zu Deinen Kindern. Schon lange vor dessen Geburt habe ich mein Kind wahrgenommen: nicht nur als mein Kind, sondern in seiner ganzen Größe und mit seiner ganzen Seele.

Ich habe gewusst, da kommt ein Mensch auf die Welt, der mich herausfordern wird – der mich aber auch lieben wird, in einer Tiefe, die von außen nicht nachvollziehbar ist. Und ich habe gespürt, dass meine wichtigste Aufgabe als Mama nicht das Besserwissen und Kleinmachen sein wird, sondern das Begleiten und Aufrichten.

Mein Kind hat von Anfang an meine Intuition geschult und meine Fähigkeit zu lieben gestärkt. Es hat meine Erwartungen demontiert und meine Kraft mobilisiert, indem es mich mit der Realität konfrontiert hat. Die Realität war nicht das, was ich geplant hatte und schon bald war klar, das wir als Familie unseren eigenen Weg finden müssen, statt einen üblichen Weg zu gehen.

Die häufigste Frage, die mir in Bezug auf mein Kind gestellt wird, ist: „Wie konntest Du es nur zum Vater geben?“ Meine Antwort ist immer: weil ich es liebe. Weil ich dessen Willen respektiere. Weil ich es glücklich sehen möchte. Weil es unser gemeinsamer Seelenweg ist.

Vertrauen

Ein Kind im Falle einer Trennung als Paar zum anderen Elternteil gehen zu lassen ist eine Höchstleistung. Es setzt die Größe voraus zu erspüren, was dem Kind dient und für einen selbst lebbar ist. Es braucht das Vertrauen aller Beteiligten ineinander, zu schaffen, was unschaffbar aussieht, indem jeder sein Bestes für den anderen gibt.

Empathie

Kinder kommunizieren auf vielen Wegen: verbal und nonverbal. Während zwischen Erwachsenen klare Worte sehr hilfreich sind, ist es bei Kindern das Auffangen von Gefühlen, Stimmungen, Verhaltensweisen und Botschaften, die durch Träume oder Zufälle sichtbar werden können. Der richtige Weg im Umgang miteinander ist selbst in der größten Krise bereits angelegt und findbar, wenn auch selten mit dem Verstand durch den Schmerz erfassbar.

Respekt

Kinder haben wie wir Erwachsenen ihre eigenen Themen und Aufgaben, die sie in ihr Leben mitbringen. Diese wirken von Anfang an und beeinflussen ihren Alltag genauso wie auch wir Erwachsenen mit unseren Lebensthemen klar kommen müssen. Es liegt weder in meiner Macht noch ist es meine Aufgabe noch habe ich das Recht, das Schicksal meines Kindes zu ändern. Wie sollte ich entscheiden, was mein Kind in seinem Leben lernen und erfahren will?

Hingabe

Gleichzeitig sind wir als Eltern besser als niemand anderes in der Lage, mit unserem Kind mitzugehen. Ich erinnere mich an das, was mein Kind in der Tiefe seines Seins ausmacht. Mit meinen hochsensiblen Sinnen spüre ich, wo mein Kind seine Baustellen hat und was sein Potential ist. Ich ahne, warum wir Mutter und Vater sind – was wir an Last, aber auch an Freude weiter geben können. Ich betrachte es als meine Aufgabe und als mein Geschenk an mein Kind, mit Hingabe meine innere Arbeit zu machen, um die weitergegebene Last zu reduzieren und die Freude zu erhöhen.

Wachstum

Mir ist klar, dass wir alle aneinander wachsen, vor allem an den Stellen, an denen wir uns verletzt haben. Veränderungen machen die Liebe sichtbar, wenn auch manchmal nur über ihre Abwesenheit. Es geht darum, über den Schmerz die verloren geglaubte Liebe wiederzufinden, erst zu sich selbst und dann zum Leben.

Frei von Sorgen,
unabhängig vom Morgen,
ohne Wenn und Aber
unterbrichst du unser Geplapper.
Willst uns erinnern,
nicht zu verkümmern,
inmitten all der Pflichten,
nach denen wir uns richten.
Tagaus, tagein
vergessen wir das Sein,
weil wir tun, was wir müssen,
anstatt Dich zu küssen!
Du bist das pure Leben,
bist alles, wonach wir streben.

Gedicht von Daniela Große

Ich könnte nicht stolzer auf mein Kind sein, als ich es bin!

Unser Kind, das seine Eltern dazu gebracht hat, zu seinem höchsten Wohl über sich selbst hinaus zu wachsen und zu selbstbewussteren Menschen zu werden. Unser Kind, dass so bewusst seinen Weg geht, obwohl der schon durch Tiefen geführt hat, die ich meinem Kind nie ins Leben gewünscht hätte. Unser Kind, dass ich so gerne begleite.

Was immer ich als Mutter in der Lage bin zu geben, erleichtert meinem Kind den Weg. Was immer mein Kind von mir braucht, um seine Schritte setzen zu können, will ich ihm ermöglichen. Egal, wie sehr es meine Grenzen dehnt und welches Wachstum es mir abverlangt. Ich möchte mein Kind strahlen sehen, aufrecht und voller Liebe. Dafür bin ich da. Dorthin bin ich der Begleiter.

Herzliche Grüße,

Deine Daniela | Bewusstseinstraining von Daniela Große