Impulse | Bewusstseinstraining von Daniela Große

Hochsensibel bewusst mit Behinderung, Demenz, Mangel oder Trennung umgehen

Meiner Erfahrung nach ist der Umgang mit Demenz, Behinderung, Mangel oder Trennung für hochsensible Menschen schwer. Weil wir so empathisch sind, bekommen wir alles viel intensiver mit. Das ist so belastend, dass wir unbewusst dagegen ankämpfen. Wenn Du Dir aber bewusst machst, welches Potential in diesen Themen steckt, dann kannst Du zu einem neuen Umgang damit finden.

Liebes Du,

Als hochsensibler Mensch kannst Du hinter den Schein schauen und das Sein sehen. Vielleicht erinnerst Du Dich, wie schmerzhaft es ist, nicht gesehen zu werden, so wie Du wirklich bist … und genau deswegen bist Du in der Lage, jemand anderem das Geschenk zu machen, von Dir mit seinem ganzen Sein gesehen zu werden. Das ist unglaublich heilsam – für den anderen und für Dich. Deswegen ist es hilfreich für die eigene Entwicklung, sich mit Themen wie Demenz, Behinderung, Mangel oder Trennung bewusst auseinanderzusetzen.

Der Umgang mit diesen Themen wird im Alltag schnell zu einer überfordernden Last, wenn Du Dich zum Opfer machst – z.B. indem Du versuchst, das Problem bestmöglich auszugleichen und Dich dabei total vergisst. Darum geht es absolut nicht! Demenz, Behinderung, Mangel und Trennung treten in unserer heutigen Zeit deswegen so häufig auf, weil sie einen wichtigen Grund haben:

  • Ein Mensch mit Demenz vergisst, was er sein Leben lang vergessen wollte. Umso mehr der Verstand in den Hintergrund tritt, desto mehr steht das Gefühl im Vordergrund. Im Erleben eines Menschen mit Demenz können ganze Gefühlswelten aus der Vergangenheit in der Gegenwart wieder auferstehen.
  • Ein Mensch mit Behinderung bringt neben sichtbarer Schwäche auch unsichtbare Stärke mit ins Leben. Diese Stärke kann sich in wertvollen und erfüllenden Fähigkeiten ausdrücken. Im Erleben eines Menschen mit Behinderung können Lebenswirklichkeiten aus der Zukunft in der Gegenwart lebendig werden.
  • Mangel, egal welcher Art, hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Soziale Isolation, existentielle Ängste, Abhängigkeit von Autoritäten, Fragen nach dem eigenen Wert und dem Sinn des Ganzen sowie die eigene Leistungsfähigkeit sind präsent und prägen das Leben in der Gegenwart.
  • Trennungen sind eine Aufforderung, sich um das eigene Wohlergehen zu kümmern und dann für andere da zu sein. Es geht darum, ehrlich zu sich selbst zu sein und die eigenen Grenzen zu definieren. Aus dieser Kraft wachsen freie statt abhängige Verbindungen, die auf Respekt und Wertschätzung beruhen.

Demenz, Behinderung, Mangel und Trennung bringen Qualitäten in das menschliche Miteinander zurück, die in unserer Zeit dringend gebraucht werden: Achtsamkeit, Empathie, Respekt genauso wie Selbstfürsorge, Selbstvertrauen und Selbstheilung. Es geht nicht länger um einen Dienst am Menschen, sondern für den Menschen.

Der Umgang mit diesen Themen im Alltag wird zur heilsamen Bereicherung, wenn Du Dich als Mensch mit Deinem ganzen Sein einbringst. Mit Deinen sensiblen Sinnen spürst Du, was wirklich los ist und kannst ergänzen, was fehlt oder verstärken, was präsent ist.

Ein bewusster Umgang mit Demenz, Behinderung, Mangel oder Trennung ist ein Weg, mit Dir selbst in Kontakt zu kommen und ganz zu werden. Immer, wenn etwas Dich triggert, dann weißt Du, was Deine achtsame Aufmerksamkeit braucht. Das Fokussieren dieser Situation, das Sein und Atmen mit ihr, sowie das Machen kleiner Schritte befreit Deine zurückgehaltene Lebenskraft. Damit Du, als sensibler Mensch, Deine ganze Kraft leben und in schweren Zeiten Großes mit Leichtigkeit bewegen kannst – für Dich und für uns alle.

Herzliche Grüße,

Deine Daniela | Bewusstseinstraining von Daniela Große