Impulse | Bewusstseinstraining von Daniela Große

Stille – Januar 2019

Die Stille verankert Dich in einer tiefen Liebe, die an keine äußeren Bedingungen gebunden ist. Umso vertrauter Dir die Stille ist, desto mehr Ruhe und Gelassenheit strahlst Du selbst im größten Chaos auf andere Menschen aus.

Liebes Du,

ich weiß: Stille ist ein doofes Thema. Es ist zu einer Gewohnheit geworden, sie auszulöschen und mit Lärm zu ersetzen. Dieser Lärm hilft Dir, Dich von Dir selbst ablenken zu können. Und Ablenkung tut Dir so gut, wo Fokus einfach schmerzhaft ist.

Dabei ist die Stille ein ganz sanfter Begleiter. Sie ist auf ihre Weise auch laut, aber anders als der Lärm des Lebens spricht die Stille nicht von den anderen, sondern nur über Dich.

Die Stille erinnert Dich daran, wer Du wirklich bist. Sie weiß um Deine Träume und um Deine Sehnsüchte. Sie kennt Dich besser, als Du selbst. Und deswegen erzählt sie Dir auch, wo Du Dich selbst verletzt. Wo Du Dich zwingst, zu funktionieren. Wo Du Dich klein machst. Wo Du Dich betäubst. Wo Du die Erwartungen anderer zu Deiner Priorität machst. Das tut weh, nicht die Stille selbst.

Wahrzunehmen, wie Du Dir selber schadest, tut weh. Und solange dieser Schaden Folge eines nicht änderbaren äußeren Zwanges ist, fliehst Du vor der Stille, um weiter funktionieren zu können.

Die Zeiten, in denen Unterordnen und Gehorsam das Überleben gesichert haben sind vorbei. Heute macht beides Dein Leben schleichend kaputt. Wenn Du keine Träume mehr hast und nicht mehr an Dich glaubst, wohin willst Du in Deinem Leben dann noch gehen? Ein lebendiger Toter zu werden ist doch keine Option!

Deswegen möchte ich Dir das Eintauchen in die Stille an Dein Herz legen. Sie erzählt Dir nicht nur, wo es weh tut, sondern auch, warum es dort weh tut. Sie erzählt Dir von Deiner Kraft, die dort begraben liegt, wo Du Dich selbst einschränkt. Sie erinnert Dich an das, was Du kannst. Leugnen ist zwecklos. Jeder Zwang geht vorüber und dann bist Du frei. Frei, Dich zu entfalten.

Was Du in der Stille spürst, das will gelebt werden. Wage es auszubrechen und Dir selbst in den Weiten des Internets das Wissen zu holen, dass Du dafür brauchst: von echten Menschen, die wissen, worüber sie sprechen und die es wie Du gewagt haben, den vorgezeichneten Weg zu verlassen und einen eigenen zu gehen.

Alles hat zwei Seiten. Du kannst die Stille nutzen, um sie mit betäubendem Lärm zu füllen. Oder Du benutzt sie, um in Dich hinein zu lauschen und leer zu werden von all dem Müll, der sich im Laufe der Jahre in Dir angesammelt hat. Es ist Deine Wahl.

Die Stille ist Dein Zuhause. Ein Zuhause, das Du immer in Dir trägst und in das Du jederzeit von Deinen täglichen Streifzügen durch die Welt zurück kommen kannst: Wenn Du es willst. Denn so heilsam die Stille auch ist, so schwer ist sie manchmal auszuhalten.

Stille ist die wahrhaftige Konfrontation mit Dir selbst.

Du begegnest in der Stille dem vollen Spektrum Deiner Persönlichkeit. Du spürst Deine Freiheit und Deine Begrenzung. Du bekommst eine Ahnung von der Macht über Dein Leben und von den Bereichen, wo Du diese Macht an andere Menschen abgegeben hast.

Wenn Du in Frieden bist mit Dir selbst, dann ist die Stille ein sehr angenehmer und wohltuender Zustand. Nichts Fremdes wahrzunehmen und nur Du selbst zu sein kann einer Erlösung gleich kommen. Wenn Du Dich aber selbst ablehnst, wirst Du die damit verbundene Fremdbestimmung in der Stille besonders deutlich spüren und die Stille vermeiden, wo Du nur kannst.

Die Stille zu vermeiden kann hilfreich sein, um weiterleben zu können. Dich auf die äußere Welt zu fixieren und Dich an ihr festzuhalten, trägt Dich durch Phasen der Pflichterfüllung. In diesen Phasen machst Du wichtige Erfahrungen, die Deinen weiteren Weg nachhaltig beeinflussen. Du läßt Dich vom Leben prägen, um diese Prägung später in der Stille zu integrieren.

Die Stille ist das Nichts, in dem alles enthalten ist. In der Stille hast Du alles, was Du brauchst und gleichzeitig brauchst Du nichts. Die Stille lehrt Dich, Deine Bedürfnisse zu erkennen und sie Dir aus Dir selbst heraus in Dir zu erfüllen.

Die Stille verankert Dich in einer tiefen Liebe, die an keine äußeren Bedingungen gebunden ist. Umso vertrauter Dir die Stille ist, desto mehr Ruhe und Gelassenheit strahlst Du selbst im größten Chaos auf andere Menschen aus.

In die Stille zu gehen bedeutet zur Ruhe zu kommen. Dafür lenkst Du Deine Aufmerksamkeit von den Wahrnehmungen Deiner äußeren Sinne nach innen. Im Alltag beobachtest Du, was passiert und identifizierst Dich mit den Erfahrungen des Tages. In der Stille wechselst Du von der Rolle des polarisierenden Beobachters in die Rolle eines neutralen Beobachters. Dein „Ich“ beobachtet sich in der Stille dabei, wie es sich selbst beobachtet. Dadurch geht die Identifikation mit den gemachten Erfahrungen verloren und das Potential einer Erfahrung tritt zutage. Eine Erfahrung kann begrenzend oder befreiend sein. Beides spürst Du in der Stille als unangenehme oder angenehme Präsenz Deines Seins.

Wenn in der Stille unangenehme oder angenehme Empfindungen aufkommen, kannst Du Dich fragen: Was denke, fühle und mache ich, um diese Empfindung zu erzeugen? Dann warte ab, während Du in der Neutralität bleibst. Nutze die Stille um Informationen zu identifizieren, nicht um sie zu beurteilen.

Die Stille bildet das komplette Feld Deines Bewusstseins in Form aller darin enthaltenen Informationen ab. In der Stille hast Du die Chance, auf alle Dir zur Verfügung stehenden Informationen zuzugreifen. Du kannst sowohl Informationen wählen, die Dir Deine Träume erfüllen, als auch jene, die Deine Träume zerstören. Wonach Du greifst, hängt von Deinem Willen ab.

Der Wille.
Die Stille.
Worte reifen,
Menschen begreifen,
Seelen streifen …
Die Stille.
Der Wille.

Gedicht von Daniela Große

Wenn Du durch neutrale Beobachtung in der Stille weißt, was Du wirklich erleben möchtest, ist der nächste Schritt die Übertragung der Informationen aus der Stille in den lauten Alltag. Während die Stille rein und klar ist, bist Du im Alltag einem vermischten Durcheinander an Wahrnehmungen ausgesetzt. Hier entscheidet Deine Aufmerksamkeit darüber, in welche Richtung Informationen übertragen werden. Befreien Deine inneren Wahrnehmungen Deine äußere Realität? Oder begrenzen Deine äußeren Wahrnehmungen Deine innere Freiheit?

Sobald Du bemerkst, dass Du Dich hast ablenken lassen, triff eine neue, bewusste Wahl. Fokussiere Dich liebevoll auf die Richtung der Informationsübertragung, die Dir die Wichtigste sein soll. Frage Dich: Will ich der Welt das Beste in mir geben? Oder soll die Welt das Beste von mir nehmen?

Habe den Mut, Dich für Dich zu entscheiden! Das gibt Dir die Möglichkeit, mit dem Besten in Dir für andere Menschen da zu sein. Wähle in der Stille die Informationen, die Dein Sein befreien. Lass Dir Zeit herauszufinden, welche Gedanken und Gefühle mit diesen befreienden Informationen verbunden sind. Nutze Deine Chance täglich einfach auszuprobieren, was Dir gut tut. Sorge so gut für Dich wie möglich mit dem, was Dir gut. Die Stille zeigt Dir den Weg. Handle entsprechend Deinen Empfindungen in der Stille.

Herzliche Grüße,

Deine Daniela | Bewusstseinstraining von Daniela Große