Impulse | Bewusstseinstraining von Daniela Große

Selbstfürsorge – Februar 2019

Du sorgst für Dich und passt auf Dich selbst auf, damit Du dem Leben endlich geben kannst, was Du dem Leben geben willst. Auf diesem Weg erschaffst Du Deine eigene Welt, die Dir Sicherheit, Geborgenheit und Wärme schenkt. Du stabilisierst Dein Leben.

Liebes Du,

bitte sorge gut für Dich: gerade dann, wenn es anstrengend ist in Deinem Leben. Anstrengend, es den Anderen recht zu machen, damit es weniger anstrengend wird. Die Wahrheit ist, umso mehr Du Dich anstrengst, alles in den Griff zu bekommen, desto schwerer wird es. Es ist eine Schwere, die in jeden Winkel Deines Lebens kriecht und sich dort breit macht, bis Du absolut keine Lust mehr auf gar nichts hast. Bis Du nur noch Deine Ruhe willst, um Dich vollends zudröhnen zu können und nichts mehr wahrnehmen zu müssen.

Gerade dann, wenn Du keine Nerven mehr für Deine Selbstfürsorge hast, hast Du sie besonders nötig. Selbstfürsorge ist der einzige Weg um Dir selbst verlässlich das Gefühl zu geben: „Es ist jemand für mich da. Ich bin für mich da. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, egal was los ist.“ Dieses Gefühl beruhigt ungemein. Manchmal ist das auch der letzte rettende Ast, an dem Du Dich festhalten kannst, um nicht in der Flut unterdrückter Gefühle zu ertrinken.

Tu Dir selbst den Gefallen und halte Dein Herz warm, wann immer Du kannst. Denn Selbstfürsorge macht genau das: Sie schenkt Dir Wärme und Geborgenheit, ohne dass Du einen anderen Menschen dafür brauchst. Klar ist es hilfreich, wenn Du schon eine Ahnung hast, was genau Dir ein wohliges Gefühl schenkt. Aber Selbstfürsorge funktioniert auch, wenn Du keinen blassen Schimmer hast, was Dir wirklich gut tut. Mach einfach das, was Dir jetzt möglich ist.

Mein wichtigster Tipp für Dich in Sachen Selbstfürsorge ist: Beschränke Dich auf ein paar wesentliche Dinge, aber von denen habe immer genug einsatzbereit in Deiner Nähe. Für mich sind das so banale Sachen wie Kerzen und Kuschelsachen, Seife und Basenbad, Schaffell und Schokomüsli. Wenn ich mich schutzbedürftig fühle, dann schätze ich so simple Möglichkeiten wie: Eine Tür hinter mir zumachen oder aus einem Fenster in die Ferne schauen zu können. Probiere aus und nimm wahr, was erlösende Leichtigkeit in Dein Leben bringt. Schwierig ist nicht das Anzünden eines Lichts, sondern die Überwindung es trotzdem zu tun, auch wenn Dir die Dunkelheit gerade recht zu kommen scheint.

Die kleinen alltäglichen Dinge übertreffen in ihrer Wirkung die großen lange erwünschten Dinge bei weitem. Mit den kleinen Dingen, die immer schon Teil Deines Lebens waren, bist Du schneller verbunden als mit etwas Großem, auf das Du lange gewartet hast.

Selbstfürsorge erzeugt einen inneren Zustand der Verbindung mit Dir selbst, in dem die Anspannung und der Druck des Alltags langsam von Dir abfallen können – und auch werden.

Selbstfürsorge bedeutet Dich selbst wahrzunehmen und auf Deine Bedürfnisse zu reagieren. Du kennst Dich selbst am besten. Und eigentlich weißt auch nur Du genau, was jetzt für Dich möglich und nötig ist. Dich um Dich selbst zu kümmern, dass bringt Dich auch in Deine Kraft. Es ist etwas sehr Schönes zu spüren, dass es nur Dich selbst – Deinen persönlichen Einsatz für Dich selbst – braucht, um das Ruder herum zu reißen und in ruhigere Gewässer zu steuern.

Bitte sei so gut zu Dir selbst und tu für Dich, was nur Du für Dich tun kannst. Das Leben wird es Dir mit (D)einem freundlichen Gesicht inmitten vieler unfreundlicher Gesichter danken.

Selbstfürsorge dient dazu, dem Leben gegenüber offen zu sein und zu bleiben. Sie ist ein Hilfsmittel für eine bejahende innere Einstellung zum Leben. Die Formen der Selbstfürsorge sind so individuell, wie die Menschen verschieden sind. Die Kraft der Selbstfürsorge ist dagegen für alle gleich. Selbstfürsorge wirkt zentrierend, aufrichtend und lebensbejahend.

Wie gut Du für Dich selbst sorgst, zeigt sich in Deiner Einstellung zum Leben. Gerade dann, wenn Du Dich vom Leben allein gelassen fühlst, kommt Deine wahre innere Haltung zum Leben zum Vorschein. In dem Punkt ehrlich zu Dir selbst zu sein, kann sehr ernüchternd sein, weil es die Verantwortung, die Du für Dich selbst trägst und nicht trägst so deutlich sichtbar macht.

Frage Dich: Finde ich, dass die Welt ein sicherer Ort ist? Glaube ich, dass das Leben mir etwas schuldet? Bin ich der Meinung, dass auf mich aufgepasst werden muss? Brauche ich jemanden, der mir sagt, was zu tun ist? Was soll ich hier? Diese Fragen deuten darauf hin, dass Du in der Vergangenheit gute Gründe hattest, Dich dem Leben gegenüber zu verschliessen und es zu verneinen.

Ein Nein zum Leben erzeugt einen leeren Raum um Dich herum, den nur Du wieder füllen kannst. Ein Nein zum Leben lässt Dich im Alltag erfahren, dass niemand anderes für Dich tun kann, was Du Dir nur selbst Gutes tun kannst. Auf einem Nein zum Leben, dass durch äußere Umstände gewachsen ist, kann von innen heraus ein wahrhaftiges Ja zum Leben wachsen. Der Impuls dazu kommt von allein aus Deinem Inneren, wenn Du lange genug das Gegenteil dessen ausgehalten hast, was Du Dir eigentlich wünschst.

Wenn Dich das Leben auf Dich selbst zurück wirft, dann tut es das, damit Du Deine Kraft aus freiem Willen wieder in Besitz nimmst.

Für Dich selbst zu sorgen bedeutet, Deine bisherige passive Erwartungshaltung dem Leben gegenüber Schritt für Schritt zu verwandeln. Das bringt Dich in Kontakt mit den Schutzmauern, die Du um Dich herum errichtet hast. Hinter diesen Schutzmauern konntest Du überleben, während Du vom Leben außerhalb der Schutzmauern geträumt hast.

Gibt es Dinge, die Dir in der Vergangenheit richtig gut getan haben? Dinge, die Du eher zufällig und unregelmäßig ausprobiert und dann wieder vergessen hast? Dinge, von denen Du zwar gespürt hast, dass sie wichtig sind, aber deren Zusammenhang sich Dir nicht offenbart hat? Diese Dinge gilt es, Dir jetzt in ihrer Gesamtheit bewusst zu machen und sie neu zu kombinieren.

Die Schutzmauern um Dich herum schmelzen durch Dein erneutes Bekenntnis zum Leben und zu Dir selbst. Es ist an Dir, dass für Dich zu tun, was Du vom Leben erwartest. Du kennst Dich selbst am besten. Du weißt, was Dich innerlich befreit. Du hast es schon erlebt, wenn auch nur kurz.

Durch Selbstfürsorge wird aus passiver Erwartung aktiver Empfang. Du stellst Dich darauf ein, nicht mehr zu warten, sondern zu empfangen. Du entscheidest auf der Grundlage Deiner Erfahrungen, was gut für Dich ist. Du öffnest Dich für das, was gut für Dich ist. Du nimmst an, was Dich stärkt und erfüllt. Der Raum um Dich herum belebt sich. Denn Du sagst da Ja zum Leben, wo vorher ein Nein war.

Nimm Dich in den Arm,
halte Dein inneres Kind warm,
mach Dir selbst Mut,
wenn es sonst niemand tut.
Vor langer Zeit
warst Du bereit,
genau das jetzt zu tun
und nicht eher zu ruhen.
Was jetzt ist,
die Situation in der Du bist,
hast Du bewusst gewählt,
weil Dir diese Erfahrung fehlt.
Frage nicht wann,
nimm Dich jetzt an,
lass den Widerstand los
und mach Dich groß.

Gedicht von Daniela Große

Du akzeptierst, dass Dein Ja zum Leben Dich sichtbar macht und Deine Kraft präsent wird. Deine Kraft ist dazu da, Dich selbst zu verwirklichen und Dich dort ins Leben einzubringen, wo Du Dich bisher daraus zurück gezogen hast. Was zu tun ist, spürst Du als Sehnsucht in Deinem Inneren.

Du sorgst für Dich und passt auf Dich selbst auf, damit Du dem Leben endlich geben kannst, was Du dem Leben geben willst. Auf diesem Weg erschaffst Du Deine eigene Welt, die Dir Sicherheit, Geborgenheit und Wärme schenkt. Du stabilisierst Dein Leben.

Wenn es Dir schwer fällt, selbst für Dich gut zu sorgen, dann wartest Du lieber weiter auf Deine neue Welt, statt in ihr zu leben. Den Segen der Dinge zu empfangen, die Dir gut tun, erdet Dich auf nachhaltige Weise und macht Dich in Deinem ganzen Sein sichtbar. Sich so zu zeigen braucht Mut. Darum sei gut zu Dir, auch wenn Du gerade nicht gut zu Dir sein kannst. Vor Dir liegt Dein Weg und Du entscheidest über Dein Tempo. Auch das ist Selbstfürsorge.

Herzliche Grüße,

Deine Daniela | Bewusstseinstraining von Daniela Große