Impulse | Bewusstseinstraining von Daniela Große

Bewusster Umgang mit depressiven Phasen bei Hochsensibilität

Hochsensible Menschen haben in ihrer Kindheit gute Gründe, ganze Lebensbereiche abzuschalten. Depressive Phasen wecken die Erinnerung an das, was sein könnte und laden dazu ein, vorsichtig die betroffenen Bereiche wieder zu erkunden und zu aktivieren. Das erfordert viel Eigenverantwortung sowie priorisierte Selbstreflexion, Selbstfürsorge und Selbstliebe und führt in die Freiheit.

Liebes Du,

als hochsensibler Mensch bist Du besonders empfänglich für schwere Energien – nicht, weil Du sie verdient hast, sondern weil Du Dich im Laufe der Zeit an sie gewöhnt hast.

Mit hochsensiblen Sinnen aufzuwachsen bedeutet oft auch, mit dieser Gabe nicht wahrgenommen oder nicht wertgeschätzt zu werden. Beides tut weh und brennt sich als Erinnerung in Deine Wirklichkeit ein. Immer dann, wenn Du in Deiner Gegenwart mit diesen abgespeicherten, unangenehmen Gefühlen aus Deiner Vergangenheit in Berührung kommst, fühlt sich das seltsam vertraut und bekannt an. Wenn Du dann keine klare und bewusste Entscheidung in Richtung Leichtigkeit triffst, sondern die Dinge laufen lässt, kannst Du in eine depressive Phase rutschen (und Dich vielleicht sogar noch eine Zeit lang wohl dabei fühlen).

Jede depressive Phase bringt Dich dazu, der Schwere einen Namen zu geben. Diese Klarheit führt Dich von der Blockade in die Freiheit.

Wenn Du kannst, dann mache Dir so früh wie möglich ablaufende Prozesse bewusst, selbst dann, wenn Du sie nicht unterbrechen kannst. Finde heraus, welche Gedanken und Gefühle in Dir mit der von außen kommenden Schwere in Resonanz gehen. Beobachte:

Was denkst Du? Was fühlst Du? Was machst Du?

Wohin gibst Du Deine Verantwortung gerade ab?

Depressive Phasen machen Stellen in unserem Leben sichtbar, an denen wir taub sind. So taub, dass erst durch Überreizung unserer hochsensiblen Sinne Wunden sichtbar werden, die vielleicht schon sehr alt sind. Jetzt, als erwachsener Mensch, sind wir in der Lage, dem ins Auge zu sehen, was uns so lange Jahre geprägt hat. Wir können unsere Empfindlichkeit an diesen Stellen neu justieren.

Willst Du wieder die volle Verantwortung für Dich selbst tragen?

Selbstreflexion

Umso neugieriger Du Dich selbst beobachtest, desto mehr wirst Du unterscheiden können zwischen dem, was Deine Erfahrungen sind und dem, was Du miterlebt und übernommen hast. Selektiere.

Selbstfürsorge

Umso klarer Du Dich selbst siehst, desto mehr Liebe wirst Du für Dich selbst und Deine Leistungen in der Vergangenheit empfinden können. Tu als Erwachsene für Dich, was auch immer es braucht, um dem Kind in Dir gerecht zu werden und liebevoll für es zu sorgen.

Selbstliebe

Du weißt, worum es geht. Frage Dich: Bin ich bereit, an dieser Stelle für mich selbst einzustehen? Neue Entscheidungen zu treffen? Etwas anders zu machen? Nicht weil ich muss, sondern weil ich will?

Du zarte Pflanze
meisterst das Ganze
im Kleinen.
Dein Weinen
schmiert ungenutzte Weichen,
um Dein Ziel zu erreichen.
Du fragst nach dem Ende,
übersiehst dabei die Wende,
in Dir.
Glaube mir,
Du strahlst doch schon,
als Deiner Mühe Lohn,
trotz der Schmerzen,
aus ganzem Herzen!

Gedicht von Daniela Große

Die Schwere in Deinem Leben zu spüren bedeutet auch einen Zugang zu dem zu bekommen, was Dich unbewusst schon sehr lange belastet. Wenn Du einen Weg finden kannst, gleichzeitig sehr gut für Dich zu sorgen und neugierig nachzuforschen, was da im Dunklen rumort, hast Du beste Chancen, von der Schwere zurück in die Leichtigkeit zu finden. Du holst Dir die Verantwortung dort zurück, wo Du sie abgegeben hattest. Du stellst dort die Weichen neu, wo sie eingefroren waren. So kannst Du Lebensbereiche neu aktivieren, die jahrelang unwissentlich brach lagen. Auch wenn dieser Prozess eine Gratwanderung ist und eines hohen Maßes an Eigenverantwortung bedarf, ist er auch in höchsten Maße kräftigend und motivierend. Er hilft, mit Leichtigkeit durchs Leben zu gehen.

Herzliche Grüße,

Deine Daniela | Bewusstseinstraining von Daniela Große