Kriegsspiele für Kinder: E-Mail-Begleitung

„Ich habe Vertrauen, dass alles in meinem Kind nach Heilung strebt, wie alles in mir und dass seine Seele den besten Weg dafür kennt.“

Kriegsspiele für Kinder – das ist ein schwieriges Thema. Mein Sohn spielt auch Kriegsspiele. Es ist ein starker Wunsch in ihm und mein Gefühl dabei ist, dass er sich damit selbst heilt, so komisch das klingt!

Ich bin mir ziemlich sicher, dass er das selbst nicht bewusst wahr nimmt, sondern dass es eher ein unbewusster Prozess ist, der da abläuft und dafür sorgt, dass Dinge in ihm Sinn ergeben und er daraufhin klare Entscheidungen für sich selbst treffen kann.

Es ist schon eine Weile her, dass er mich gefragt hat: „Mama, weißt Du eigentlich dass ich bei meinem Freund ABC auf der Playstation spiele? Das ist mit Abschießen und so.“ Okay… Erst habe ich überlegt, was ich machen soll und mich dann entschieden, mit meinem Kind zu reden.

Ich wollte gerne wissen, was daran so toll ist und warum er das macht! Da hat er sich getraut, mir zu erzählen, dass in seinem Kopf Details von Waffen jeglicher Art sind. Er weiß nicht, warum das so ist und wofür das gut ist. Er weiß nur, so was schon mal gebaut und benutzt zu haben. „Mama, bin ich unnormal?“ war seine Frage und ich habe die Not in seinen Augen gesehen und dann kam die Liebe zu ihm ins Spiel und hat mich etwas verstehen lassen, für das ich keine Worte habe.

Als erstes habe ich lange mit ihm darüber gesprochen, dass alles was war, seine Berechtigung hat und das alles, was jetzt da ist auch da sein darf. Und das die Erfahrungen der Vergangenheit hilfreich sind, um bewusstere Erfahrungen in der Gegenwart zu machen. Und dass immer die eigene Absicht über den Ausgang der Dinge entscheidet. Wissen um Munition und Waffen läßt sich zerstörerisch nutzen oder für neue verrückte Erfindungen, die das Leben besser machen. Wir haben uns Rollatoren für Senioren vorgestellt, die sich auf Knopfdruck durch einen Rückstoß selbst aus einem Asphaltloch hinaus bewegen. (Ich habe damals mit Senioren gearbeitet und ihn öfter mal mit in die Gruppe genommen – ich wusste deswegen, dass ihm diese Idee gefallen würde.) Als zweites habe ich tatsächlich ABC mit ihm zusammen gespielt. Gruselig für mich, ein Geschenk für ihn. Wann immer in mir dabei die wildesten Energien hoch gekommen sind, habe ich diese laut beschrieben und ihn gefragt: Spürst Du das auch? Wie ist es für Dich? Und ich habe gesagt, wenn meine Grenze erreicht war und dann nicht mehr weiter gespielt. Seitdem erlebe ich, dass mein Sohn selbständig mit dem Zocken umgeht. Was er an Spielen wählt und wie lange er ein Kriegsspiel spielt, unterscheidet sich von Mal zu Mal. Ich habe ihn schon ABC freiwillig weglegen sehen, weil er es Scheiße fand!

Ich habe für mich entschieden, dass es mir am besten geht, wenn ich meinem Kind Freiraum gebe und gleichzeitig präsent bin, so dass er sich trauen kann, mir seine Erfahrungen anzuvertrauen. Ich habe Vertrauen, dass alles in ihm genauso nach Heilung strebt, wie alles in mir und das seine Seele den besten Weg dafür kennt, genau wie meine. Und ich habe ihn unendlich lieb, auch wenn er Kriegsspiele spielt. Er ist mein Kind und wenn er in diesem Leben nach einem Weg sucht, Erfahrungen aus früheren Leben zu integrieren, dann bin ich an seiner Seite und begleite ihn durch die unangenehmen Gefühle hindurch (und dann auch wieder in die angenehmen Gefühle hinein). Ich weiß, ich kann das.

Möglicherweise hat ja auch für Deinen Sohn der Wunsch XYZ zu spielen, einen tieferen Sinn?

Herzliche Grüße,

Kriegsspiele für Kinder | E-Mail-Begleitung mit Daniela Große