Sich ohnmächtig fühlen: E-Mail-Begleitung

„Ich habe Situationen der Ohnmacht erlebt, weil ich mich innerlich meiner Macht komplett verweigert habe. Ich fühlte mich innerlich ohne Macht.“


Ich erinnere mich so gut an das Gefühl von absoluter Ohnmacht und Situationen des scheinbaren Ausgeliefertseins in meinem Leben … und mir scheint, als schwingen diese Dinge auch zwischen Deinen Zeilen. Zurückblickend ergeben die Ereignisse ja immer mehr Sinn im Kontext eines ganzen Lebens, als wenn man akut in einer scheinbar ausweglosen Situation drin steckt. Vielleicht ist es hilfreich, wenn ich Dir erzähle, was mir über meine schweren Zeiten geholfen hat? Vielleicht ist irgend etwas dabei, was auch für Dich jetzt und heute funktionieren könnte?

Ich habe Situationen der Ohnmacht erlebt, weil ich mich innerlich meiner Macht komplett verweigert habe. Ich fühlte mich innerlich ohne Macht. Ich war zwar da, aber irgendwie nur dabei, nicht mittendrin. Ich habe nicht daran geglaubt, etwas in meinem Leben bewirken zu können. Weil ich still und heimlich auch nichts bewirken wollte, was ich mir selber erst viel später eingestehen konnte. Lieber nichts machen, dann mache ich auch keine Fehler.

Mit dieser inneren Einstellung konnte mein äußeres Leben nicht viel anderes hergeben, als Situationen der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins zu erzeugen, die mich aber gleichzeitig gezwungen haben, für mich einzustehen. Mich sichtbar zu machen: mit meiner Meinung und meinen Absichten, mit meinem Willen und meinen Bedürfnissen. Es war eine Qual für mich, anderen gegenüber Stellung zu beziehen und Grenzen zu setzen, im Wissen, das Gegenwind kommen würde.

Jetzt, Jahre später, bin ich ein bißchen auch froh über diese Situationen. Hätte ich ohne sie freiwillig für mich selbst und mein Leben Verantwortung übernommen? Wahrscheinlich eher nicht … so musste ich es tun und deswegen habe ich es getan, einen Mini-Schritt nach dem anderen. Mit jedem Mini-Schritt ein wenig sicherer werdend. Dadurch wurde auch der Boden unter meinen Füßen fester und ich spürte, ich stehe in meinem Leben auch dann, wenn ich nicht weiß, wie das alles ausgeht.

Ich kann das Verhalten der anderen nicht beeinflussen. Ich kann mir zwar was wünschen, wie die Situation meiner Meinung nach ausgehen soll und trotzdem kann alles jederzeit anders kommen. Meiner Erfahrung nach geht es in solchen intensiven Zeiten weniger um das Eingreifen in die äußeren Ereignisse, als um das Bewusstmachen der begleitenden inneren Prozesse. Was damals so weh tat, ist aus meiner heutigen Sicht, nicht der von außen zugefügte Schmerz. Wirklich weh tut es wahrzunehmen, wie ich mich aufgrund meiner Muster und Konditionierungen selbst verletze und begrenze.

Damals lag für mich in der Wahrnehmung meines inneren, selbst zugefügten Schmerzes auch der Beginn der Heilung. Ich habe nach außen getan, was notwendig zu tun war. Nach innen habe ich für einen sicheren, geborgenen Raum um mich herum gesorgt, mit einfachsten Dingen wie Kerzenschein und Musik. Ich habe mir Zeit mit mir allein genommen und geweint. Ich konnte weinen um mich selbst und ich habe die Tränen auch laufen lassen, solange sie wollten – das war eine Wohltat. Ich habe mich in Vergebung geübt, mir selbst und den anderen gegenüber. Ich habe mir professionelle Hilfe geholt. Ich habe spirituelle Hilfe in Anspruch genommen. Vielleicht war das Wichtigste aber, den Dingen ihren Lauf zu lassen und das Gesamtpaket mit der Bitte um Auflösung zum höchsten Wohle aller nach oben abzugeben. Wieder und wieder.

Rückblickend ist dieser Prozess tatsächlich ein Weg gewesen, mit Stellen eng wie ein Nadelöhr und breiteren Passagen. Alles, was der Weg von mir wollte, war ihn zu gehen – seinen Impulsen in der Gegenwart zu folgen und dadurch die Zukunft zu gestalten. Der Mut, den es dafür brauchte, lag immer in der ausweglosen Situation selbst versteckt. Manchmal werden die Dinge erst besser, wenn sie anders werden: wenn ich anders werde.

Ich möchte Dir Mut machen, diesen – Deinen – vor Dir liegenden Weg mit so viel Liebe für Dich selbst zu gehen, wie Dir nur irgend möglich ist. Sorge gut für Dich, wo immer Du gehst oder stehst, während Du Dir selbst in die Augen schaust, indem Du auf die anderen Beteiligten blickst. Du bist immer für Dich da und Du kannst als erstes damit beginnen, Dich so zu behandeln, wie Du es Dir wünschst – bevor die anderen es Dir nachmachen können. Du schaffst das, weil die Kraft dazu schon in Dir ist.

Herzliche Grüße,

Sich ohnmächtig fühlen | E-Mail-Begleitung mit Daniela Große


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